Geschichten







Der Besuch im Hasenbau

Der Hase war morgens schon früh unterwegs. Er wollte zu Hansi … Hasengeschäfte, wie er
zu sagen pflegte. Das Schaf machte sich derweil im Stall nützlich. Sie räumte auf, lief noch zu
ihrer Tante Amählia, um sich Kräuter aus ihrem Garten zu holen, die sie zum Kochen
brauchte. Als Joyce zurückkam, war Bart immer noch nicht wieder daheim. Vielleicht ist er ja
in seinem Hasenbau, dachte das Schaf.
Ihr müsst wissen, dass der Hase zwar die meiste Zeit bei Joyce verbrachte, aber seinen
Hasenbau hatte er nicht gänzlich aufgegeben. Ab und zu verbrachte er einige Stunden in
seinem Bau, denn dort konnte er auch die Bücher, die er besaß, vor Joyce in Sicherheit
bringen. Seit sie die Hasengesetze von Bart gefressen hatte, war er sehr vorsichtig und brachte
keine wichtigen Unterlagen mehr in den Stall.
Das war ihm eine Lehre gewesen. Bart hatte damals gar nicht so schnell schauen können,
wie das Schaf sein überaus wichtiges Hasengesetz fraß. Nach diesem Vorfall hoppelte
der Hase mit Dokumenten immer zuerst in seinen Hasenbau, bevor er zurück zum Stall lief.
Joyce dachte, dass es auch heute wieder der Fall war und ging hinüber zu Barts Bau. Da ihr
der Hase aus Angst verboten hatte, in den Bau hineinzugehen, rief sie von draußen: „Hallo,
Häschen?"
Niemand antwortete. Sie ging näher an den Eingang und rief ein zweites Mal, aber auch
jetzt kam keine Antwort. Joyce dachte sich, vielleicht ist der Hase eingeschlafen, ich werde
ihn wecken. Sie schlich leise in den Bau. Joyce musste sich durch den Eingang zwängen, der
eigentlich nur für Hasen gemacht war, aber sie schaffte es so eben. Drinnen war es dunkel,
und das Schaf konnte kaum etwas sehen. Sie wisperte nur: „Hase, bist du zu Hause?„
Die einzige Antwort war Stille. Da Joyce nicht sehen konnte, wo sie hintrat, stolperte sie
über eine Wurzel. Sie versuchte, sich festzuhalten und ergriff den nächstbesten Gegenstand.
Das war allerdings keine gute Idee, denn der Gegenstand war ein Kleiderständer. Dieser war
nicht stabil genug, um ein Schaf zu stützen, also fiel Joyce samt Ständer der Länge nach hin.
Wäre der Hase zu Hause gewesen, hätte ihn dieser Lärm sicher geweckt.
Das Schaf rappelte sich in dem immer noch dunklen Bau auf. Aus Versehen bekam sie den
Griff der Kommode zu fassen und zog sich hoch, aber die Schublade gab nach, und alles, was
vorher fein säuberlich in der Schublade gelegen hatte, lag nun auf dem Boden. Sie drehte sich
um und fegte dabei mit ihrem wolligen Po die Lampe vom Tisch. Endlich fand Joyce einen
Lichtschalter und schaltete das Licht an. Du meine Güte, war der Hase unordentlich, dachte
sie sich. Ich muss doch ein ernstes Wort mit dem Hasen reden. Sie räumte alles auf, schaltete
das Licht wieder aus und ging zurück zum Stall, wo Bart bereits auf sie wartete.




Nanni

Täglich war der fleißige Hubert von der Schneckenpost als Briefzusteller unterwegs, um einen
Brief von dem einen Höflichkeitenstreiter zum anderen Höflichkeitenstreiter zu befördern.
Die Höflichkeitenstreiter, ein grüner und ein roter Blattkäfer, waren sich beide nicht ganz
grün, wie man so schön sagt. Sie stritten stets miteinander. Dabei war es ganz gleich, um
welches Thema es sich handelte. Regnete es, gab der eine Käfer dem anderen die Schuld, dass
das Gras feucht war. Schien die Sonne, war es dem einen zu warm, und der andere gab dem
einen die Schuld dafür. War das Wetter mild, war es ihnen auch nicht recht. Einer der beiden
meckerte stets und provozierte den anderen zur Gegenreaktion.
Hubert hatte alle Hände voll zu tun. Täglich schrieben sich die Käfer einen Brief.
Während Hubert das Schreiben von einem zum anderen Käfer beförderte, schrieb der
Empfänger bereits seinerseits einen Brief, den er Hubert mit auf den Weg gab, sobald Hubert
bei ihm ankam. Der Weg von einem Käfer zum anderen war nicht länger als drei oder vier
Schafslängen. Aber Hubert brauchte fast den ganzen Tag, um einen Brief zuzustellen.
Es gab auch keine Eile, sondern es zählte die Gründlichkeit. Und Hubert von der
Schneckenpost war sehr gründlich. Die Käfer haben sich nie über seine Zustellung beschwert.
Bis auf ein Mal, als ein Brief gänzlich verschwand, doch unter mysteriösen Umständen
wieder auftauchte. Hierüber wurde ja bereits berichtet.
Trotz seiner Gewissenhaftigkeit und des Lobes, das Hubert von den Höflichkeitenstreitern
für seine pünktliche Zustellung bekam, fühlte sich der kleine Hubert einsam und allein. Nach
der Arbeit suchte er sich einen Parkplatz auf der Wiese, meist unter einer großen Blume, zog
sich in sein Schneckenhäuschen zurück, stellte sich in die Küche und machte sich einen Salat.
Danach legte er sich in sein Schneckenbettchen und fraß aus der Schüssel. Dabei bekam
Hubert Einsamkeitsgefühle.
„Hätte ich doch ein nettes Schneckenweibchen, wie schön wäre es, gemeinsam im
Schneckenhäuschen zu weilen„, dachte sich Hubert. „Gemeinsam Salat fressen, schöne
Tageserlebnisse und spannende Geschichten erzählen, gemeinsam einschlafen und gemeinsam
morgens wach werden und einen schönen Salat verknabbern."
Es blieben unerfüllte Träume. Hubert seufzte und schlief mit der leeren Salatschüssel im
Schneckenbettchen ein.

Der Wecker klingelte, es war frühmorgens. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber
Hubert war Frühaufsteher.
Er ging ins Bad und putzte sich die Zähnchen mit Grashalmen – eine besondere Technik,
aber Hubert verrät sie nicht. Er wusch sein Gesicht und trocknete es mit einem
Salatblatthandtuch ab, fertig war die Morgentoilette.
Hubert steckte seinen Kopf hinaus ins Wiesental. Es war frisch draußen, das Gras feucht
vom Tau. Am Horizont wurde es langsam hell, die Sonne kündigte sich an.
Nun war die Arbeitszeit angebrochen. Hubert strich etwas Schleim auf den Brief, den er am
Abend zuvor neben sein Schneckenhäuschen legte. Und auf ging es zum nächsten Blattkäfer.
Wie immer frühstückte Hubert unterwegs. Er riss ein Blatt ab und suchte sich eine Lichtung
auf der Wiese. Im Sonnenschein schmeckte es ihm am besten. Frühstück unter freiem
Himmel, wer mag das nicht?
Hubert knabberte das Blatt vollständig ab und beschloss, noch ein wenig in seinem
Schneckenhäuschen zu dösen.
Er hatte gerade die Augen geschlossen, als sich plötzlich die Erde zu bewegen begann.
Hubert erschrak. Ein Erdbeben, ein Erdbeben im Wiesental. Oh Schreck, oh Schreck!
Es rüttelte gewaltig, und von unten stieg sogar ein Erdhügel hoch.
Huberts Brief rutschte vom emporkommenden Hügel herunter, während das Herz vom
Schneck vor Angst beinahe stehenblieb.
Hubert zitterte vor Furcht, sein Puls raste, Fragen schossen durch seinen Kopf. Was kann
das nur sein? Was lässt die Erde so beben? Und ist es wirklich ein Beben? Oder noch
schlimmer? Sitzt Hubert auf einem ausbrechenden Vulkan? Oder war das gar eine Falle?
Man hörte ja, dass Menschen Schnecken als Delikatesse fressen. Sollte der gewissenhafte
Hubert in der Pfanne und dann auf einem Teller landen? Oder erlebt Wiesental gerade eine
Sintflut?
Hubert kam sich vor wie auf hoher See, als würde ihn eine hohe Welle davontragen.
„Hilfe, Hilfeeeee, hört mich denn niemand?", schrie Hubert. „Mein Brief, ich verliere
meinen Brief. Wo ist mein Brief?„ Hubert war der Verzweiflung nahe, da stand die hohe Welle
plötzlich still.
„Wer schreit denn da?", fragte eine weibliche Stimme.
Jetzt spricht die Erde auch noch, sagte sich Hubert. Er hatte erste Zweifel bekommen, ob er
noch schläft und träumt oder bereits wach war.
„Ich bin es, Hubert von der Schneckenpost", rief er gen Himmel und dachte: Vielleicht sind
es die Wolken, die nach mir gefragt haben.
„Hubert von der Schneckenpost? Nie gehört." Die weibliche Stimme hatte einen
ungläubigen Unterton.
„Wer ist denn da?", fragte Hubert. „Ich kann nicht erkennen, mit wem ich rede, sag doch –
bist du eine Wolke? Bist du ein Hügel oder ein Erdreich?"
„Schnecke von der Schneckenpost, du kannst wohl eine Schildkröte nicht von einer Wolke
unterscheiden? Was bist du für ein seltsamer Geselle, und warum schreist du so laut wegen
eines Briefes?", antwortete die Stimme.
Es stellte sich heraus, dass Hubert sein Frühstück auf dem Rücken einer Schildkröte
einnahm. Zunächst lag sie noch im Tiefschlaf, und als sie wach wurde, machte sie das, was
eine Schildkröte normalerweise tut – sie stand auf und ging los, der Hunger hatte sie
angetrieben. Dabei ist der Brief, der lose auf ihrem Rücken lag, hinuntergerutscht und Hubert
wurde ordentlich durchgeschüttelt.
Damit Hubert vom Rücken der Schildkröte herunter konnte, zog sie alle Glieder ein, und ihr
Schildkrötenpanzer lag wieder flach auf dem Boden. Hubert rutschte hinunter und suchte
seinen Brief. Die Schildkröte folgte ihm. Ihr war langweilig. Sie war allein, aber die
Bekanntschaft mit Hubert war eine interessante Abwechslung für sie.
Kurz darauf klebte der Brief wieder an Huberts Schneckenhaus, und nun sah der Schneck
zum ersten Mal den Kopf der Schildkröte.
„Du guckst aber streng und ernst", bemerkte Hubert.
„Und du musst wissen, dass wir Schildkröten sehr alt werden und über viel Lebenserfahrung
verfügen. Man sagt uns nach, wir seien sehr klug", konterte die Schildkröte. „Übrigens, ich
heiße Nanni", stellte sich die Kröte vor.
„Und ich bin der Briefzusteller der beiden Blattkäfer und heiße Hubert von der
Schneckenpost", antwortete der Schneck.
„Von den beiden habe ich gehört", sagte Nanni. „Sie streiten sich wegen jeder Kleinigkeit.
Du musst wissen, wir Schildkröten haben ein sehr gutes Gedächtnis."
„Und böse Briefe schreiben sie sich auch noch", ergänzte Hubert.
„Du trägst sie demnach aus?", fragte Nanni.
„Ja, aber ich lese nicht, was sie sich schreiben. Das ist Ehrensache und obliegt dem
Postgeheimnis", sagte Hubert.
„Schade, ich lästere so gerne, und mir ist manchmal so langweilig, da ist ein bisschen
Klatsch eine willkommene Abwechslung für mich", sagte Nanni und senkte ihren Kopf. Man
sah ihr an, dass sie mit sich selbst nicht zufrieden war.
Hubert, der einfühlsame Schneck, konnte nachvollziehen, was Nanni gemeint, aber nicht
deutlich ausgesprochen hat.
„Wenn ich mit meiner Arbeit abends fertig bin, fühle ich mich auch allein." Er senkte
ebenfalls seinen Kopf.
„Was hältst du davon, wenn ich dich auf deinem Weg zu den Blattkäfern begleite?", fragte
Nanni. „Ich habe nichts vor, auf mich wartet niemand, und stören würde ich dich auch nicht."
„Das ist gut", erwiderte Hubert, „denn ich mag es gar nicht, wenn mir jemand mit viel
Gerede auf die Nerven geht. Ich bin Stille gewohnt, weil ich die Post immer allein zustelle.
Aber du könntest mir den Brief abnehmen und still hinter mir gehen, das wäre eine gute
Lösung."
Nanni verkniff sich eine Antwort. Die Schildkröte war klug und wollte ihre neue
Bekanntschaft nicht mit ihrem Gerede verprellen. Denn Nanni hatte das Bedürfnis, sich
mitzuteilen und redete normalerweise unaufhörlich wie ein Wasserfall. Seitdem erlebte das
Wiesental ein seltsames Szenario. Hubert kroch wie immer langsam voran, und hinter ihm
ging eine Schildkröte, die einen Brief auf ihrem Rücken trug. Es sah so aus, als wäre die
Schildkröte eine Art Sklavin des Schnecks und trüge seinen Brief, der kaum Gewicht hatte.
Somit hatte Wiesental ein weiteres ungleiches, doch passendes Pärchen mehr.

Nanni: „Hubert?"
Hubert: „Ja, Nanni?"
Nanni: „Darf ich vielleicht doch etwas sagen?" Nanni hielt es nicht lange stumm aus.
Hubert: „Ja, Nanni, aber nur, wenn du leise sprichst – und nur kurz." Der Schneck kam sich
plötzlich wichtig vor. Er durfte endlich jemanden befehligen, und das kostete er aus.
Nanni war froh, den Hubert begleiten zu können. Ihre Langeweile verflog, sie hatte
Beschäftigung und wurde Wegbegleiterin eines Tierchens, das auch nicht viel schneller war
als sie, das einen netten Eindruck machte, obwohl es auf Ruhe bestand.
„Das werde ich ihm noch anders beibringen", sagte Nanni zu sich selbst. Ob sie recht
behielt? Das ist eine andere Geschichte.




Die Heubeziehungskiste

Im Wiesental regnete es schon lange nicht mehr so stark wie an dem Tag, an dem die
Heubeziehungskiste von Bart entdeckt wurde. Der Hase liebte es, vorzugsweise bei Regen aus
dem Stall zu hoppeln, denn Bart war ein melancholisches Häschen. Er liebte den Herbst, den
Regen, das Laub. Traurige Gefühle empfand Bart als schön, sie machten nachdenklich, ja
sogar kreativ.
Bart hatte seine besten Ideen im Herbst, bedingt durch das bedrückende Wetter. Selten
hoppelte er zur Wiese hinter dem Stall. Die Gegend dort war eine unerforschte Gegend. In
diese Richtung war damals die Ziegenbande gedonnert, als Joyce und Bart die kriminellen
Ziegen mit einem Trick aus Wiesental verjagt hatten. Scott, der Dudelsackschafsbock und
Cousin von Joyce von der Wiese Scottland, tauchte hin und wieder im Wiesental auf. Auch
damals, als Joyce nicht anwesend und nur der Hase im Stall aufzufinden war. Scott machte
sich einen Scherz daraus und füllte Bart mit hochwertigem Scottischem Whisky ab. Als der
Hase wieder bei Sinnen war, fand er das gar nicht gut. Auch Joyce beschwerte sich bei Scott,
und der Cousin entschuldigte sich, gelobte, nie wieder solches zu tun.
Trotzdem war die Gegend hinter dem Stall nicht die Lieblingsrichtung von Joyce und Bart.
Das von dort auch mal was Gutes kommen könnte, hatten beide nicht erwartet. Bart hoppelte
an dem Morgen trotzdem in die Richtung hinaus.
Der Regen hatte den Boden aufgeweicht. Kein Problem für Bart, der nicht nur leichtpfotig,
sondern auch leichtgewichtig war. So ein Hase wiegt einen Bruchteil von einem Schaf. Bart
stieß auf etwas Hartes, das im Erdboden versunken war. Der Hase hielt an und tastete mit
seiner Pfote den Gegenstand ab, der geformt war wie ein Bügel.
Er wischte den nassen Erdboden zur Seite und lichtete einen länglichen Bügel, der an einer
seltsamen Holzkuppel befestigt war.
Bart grub und wischte weiter. Die Kuppel sah eher aus wie ein Deckel, und längs auf dem
Deckel war der Bügel angebracht. An dem Bügel war ein Scharnier wie eine Halterung
befestigt. Bart grübelte. Was kann das nur sein? Guido und Klaus, die eine Zeitlang bei den
Menschen ihre Dienste erbracht hatten, erzählten einmal bei gemütlicher Geschichtsstunde
von Schatzkisten und Truhen, in denen Menschen Wertvolles aufbewahrten. Die Pferde hatten
die Truhen genau beschrieben, und Bart fand, dass die Beschreibung zumindest auf das von
ihm Entdeckte zutreffen könnte. Ob es sich hierbei um eine Schatztruhe handelte? Der Hase
grübelte und ließ seiner Fantasie freies Spiel. Wer weiß, wie viele Edelmöhren in der Truhe
sind?
„Ja, es muss eine Schatztruhe sein„, redete sich Bart ein. „Edle, wertvolle Möhren sind dort
drin! Oh, der Hansi wird sich freuen und viele, viele Tauschmöhren mit mir wechseln, wenn
ich ihm die Schätze anbiete.„ Barts Euphorie kam in Fahrt. Er drehte sich, machte einen
Purzelbaum und flitzte zurück in den Stall.
„Die frohe Botschaft muss ich Joyce sagen„, dachte der Hase, während seine Sprünge
immer länger wurden. Normalerweise war Bart ein kleiner Hase, aber je schneller er raste,
desto länger wurde sein Körper. Vor dem Stall bremste er scharf ab, riss büschelweise
feuchtes Gras aus dem Boden, warf es in die Höhe und schrie: „Wir werden reich reiiiiiiiiich,
reeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiich!!!"
Joyce erschien mit Schürze an der Stalltür.
„Hase, was ist los, muss ich mir Sorgen machen?"
„Nein, Schäfchen. Komm schnell, ich habe eine Schatztruhe gefunden, das musst du sehen",
rief ihr Bart zu und hoppelte wieder los. Joyce warf schnell die Schürze von sich und
galoppierte dem rasenden Hasen hinterher. Barts Begeisterung ergriff auch Joyce.
Sie legte sich neben Bart auf den Boden und scharrte zusammen mit Bart die Kiste aus dem
Boden. Denn in der Tat, es war eine Kiste.
Gemeinsam hoben sie sie aus dem Erdreich. Der Regen spülte die Erde von dem Fund ab. Er
entpuppte sich als ein schön verzierter Kasten, doppelt so lang und groß wie Bart. Also
zweimal zwei Hasen groß. Der Griff am Bogen glänzte golden. Die Verzierungen waren aus
Metall, und an der Holzkiste waren Blumen angebracht. Ein dickes Scharnier, zu dem wohl
ein Schloss gehörte, baumelte lose herum. Die Kiste war unverschlossen.
„Tragen wir sie erst in den Stall", sagte Joyce. Bart nickte, wenngleich er unheimlich
neugierig war und die Kiste am liebsten sofort geöffnet hätte. Aber vielleicht beinhaltet sie
etwas, das nicht feucht werden darf. Vielleicht ist auch nichts drin?
Dann machen wir daraus ein Bettchen für Äntony und Lömmlein, dachte Bart. Die
Gedanken wirrten in Barts Köpfchen herum und ließen ihm keine Ruhe. Seitlich der Kiste
waren Halterungen angebracht. Joyce und Bart hoben die Kiste an, die überhaupt nicht schwer
war, und trugen sie in den Stall.
Äntony und Lömmlein waren gerade dabei, sich selbst im Stall zu jagen, als sie mit ihrem
Spielchen innehielten und verdutzt guckten. Nun quengelte Bart. Er wollte derjenige sein, der
die Kiste öffnet.
Joyce sah das viel entspannter. „Spielkind", sagte sie. Da hat jemand eine Kiste vergraben und
sie nicht einmal tief in den Erdboden eingelassen. Also, was kann da schon Großartiges drin
sein? Wertvolles bestimmt nicht.
„Von mir aus heb den Deckel hoch, Bart", sagte Joyce gähnend. Sie schnürte wieder ihre
Schütze um und ging zurück in die Küche, wo sie sich weiter um das Mittagessen kümmerte.
Joyce war der Inhalt der Kiste egal. Viel wichtiger war ihr das Wohl ihrer Kinder und des
Hasen. Für Bart dagegen war die Kiste die neue Offenbarung zum unermesslichen Reichtum.
Er hielt zunächst eine Rede vor Äntony und Lömmlein, die mit offenen Mäulern vor der
Kiste standen und nicht minder neugierig waren, was da wohl drin wäre. Die Kleinen
verstanden nichts und nickten nur. Joyce schüttelte schmunzelnd den Kopf. Umso mehr
piepsten die Kinder Bart an, er solle nun endlich den Deckel anheben.
Mit amtlicher Miene griff Bart zum Verschluss und hob ihn an. Er zog den Deckel hoch,
und alle drei beugten sich vor, schauten in die Kiste hinein.
Groß war die Enttäuschung. Joyce fühlte sich bestätigt. „Ich dachte es mir doch, nichts
Außergewöhnliches drin in der Kiste."
„Kein Wunder, sonst hätte der Besitzer sie tiefer vergraben", bemerkte Bart enttäuscht. In
der Kiste befanden sich nur Stroh- und Heuhalme.
„Eine herbe Enttäuschung ist das", rief Bart. „Von Hansi krieg ich nicht eine einzige
Tauschmöhre für diesen Fund." Schmollend verzog er das Gesicht. Äntony sprang in die
Kiste, hüpfte aber sofort wieder heraus. Er rief etwas Unverständliches. Möglicherweise war
es zu unbequem auf dem Stroh- und Heuhaufen.
Danach widmeten sich die Kinder dem Fangspiel. Äntony raste durch den Stall, gefolgt von
Lömmlein, der seinen großen Bruder anhimmelte und alles nachahmte, was Äntony anstellte.
Und davon wird noch viel zu berichten sein.
Bart saß enttäuscht vor der Kiste. Joyce bekam Mitleid mit ihrem quirligen Hasen. Sie
schnürte erneut ihre Schürze ab.
„Komm her Hase, lass dich drücken, sei nicht so enttäuscht. Die Kiste ist doch schön, wir
finden für sie eine passende Ecke zur Zierde." Joyce drückte Bart an sich, der sein Gesicht in
ihre flauschige Wolle verschwinden ließ. Da geschah etwas ganz Merkwürdiges und
Unvorhergesehenes.
Unbemerkt stellten sich die Halme in der Kiste auf und flochten sich aneinander, so wie
Joyce und Bart es taten, als sie sich gerade umarmten. Ein leises Rascheln war aus der Kiste
zu hören.
Was war das? Joyce und Bart schauten sich an.
„Das kam von der Kiste", rief Bart und zeigte mit der Pfote auf den offenen Kasten. Sie
eilten hin und blickten hinein. Die Halme lagen auf dem Kistenboden, als ob sie sich nie
bewegt hätten.
„Hmmm, da haben wir wohl das Stroh wachsen gehört", sagte Bart.
Joyce nickte und machte sich auf den Weg zur Küche.
„Schäfchen", rief Bart, „lass dich anschauen." Joyce schmunzelte und erwiderte liebevoll
Barts Blick. Die Halme in der Kiste richteten sich auf, bildeten zwei Gruppen, beugten sich
zur Hälfte vor und schauten sich aneinander an.
Es raschelte wieder.
Was war das? Joyce und Bart guckten verdutzt.
„Das kam von der Kiste", rief Bart. Flugs waren Joyce und Bart wieder an der Kiste und
starrten hinein. Die Halme lagen da, als schlummerten sie im Tiefschlaf.
„Da haben wir wohl wieder das Stroh wachsen gehört", sagte Bart. Joyce nickte und ging
zurück in die Küche. Auf dem Weg dorthin stieß sie neckisch mit ihrem Po den Hasen an. Der
Hase musste beinahe purzeln. In der Kiste richteten sich die Halme wieder auf, wandten sich
voneinander ab, beugten sich in der Mitte vor und stießen sich gegenseitig mit dem Unterteil
des Halmes an. Es raschelte wieder.
Was war das? Joyce und Bart guckten sich an.
„Das kam schon wieder von der Kiste", rief Bart. Joyce und Bart guckten abermals hinein.
Die Halme lagen still wie kleine Kinder im Tiefschlaf.
So ging es noch öfter zu an diesem Tag. Die Halme ahmten das nach, was Joyce und Bart
miteinander im Stall machten. Im Grunde spiegelten sie das Leben der beiden wider. Jedes
Mal raschelte es, doch nie erwischten Joyce und Bart die Halme, wenn sie das Leben der
beiden nachahmten. Immer lagen sie leblos in der Kiste, sobald Joyce oder Bart in die Kiste
hineinschauten. Wandten sich Joyce und Bart jedoch ab, wurden die Halme lebendig. Stritten
Joyce und Bart, dann stritten sich auch die Halme, genossen Joyce und Bart bei
Glühwurmlicht den Abend, so lagen sich die Halme in der Kiste romantisch in den Armen.
Sogar das Voltigieren, Barts Hüpfen auf Joyce’ Rücken, ahmten die Halme in der Kiste nach.
Joyce und Bart nannten die Kiste „Die Raschelkiste", da ab und zu ein unerklärliches
Rascheln aus ihr zu vernehmen war.
Aber es war ihre wunderschöne Heubeziehungskiste in einer Schatztruhe, die Wertvolles
verbarg. Wertvoller als alles andere auf der Welt.






Die Heilemachknattermaschine heilt Barts Fantasie

Es brach ein wunderschöner Tag über dem Wiesental an. Bart wachte wie gewohnt
früher als Joyce auf, die ihren Wollschönheitsschlaf brauchte.
Nach einem ausgiebigen Möhrenfrühstück überlegte er, dass ihm schon lange keine
Idee mehr eingefallen ist. „Das muss sich unbedingt ändern”, murmelte Bart vor sich
hin und griff zu seinem Wollrucksack. Er steckte ein paar Tauschmöhren hinein und
hoppelte hinaus auf die Wiese.
Bart war nicht nur das schnellste Tier im ganzen Wiesental, sondern galt als
ideenreicher Hase. Sei es drum, dass eine gute Idee von Bart ihr Ende nahm, als er
mit den Ohren zum trocknen an der Wäscheleine hing, oder dass er sein Schaf in
letzter Verzweiflung mit einem rettenden Einfall aus der Hasenbibliotek trieb. Es
war keine gute Idee, die Joyce überhaupt dort hin zu führen. Auch wenn mit
„IDEENREICH“ nicht gemeint ist, dass Bart gute Ideen hatte, aber laufend fiel ihm
etwas Neues ein.
Also hoppelte er ins Wiesental hinaus, voller Zuversicht, einen ideenreichen Tag zu
verbringen.Vorbei an den Höflichkeitsstreitern, die schon am frühen Morgen
Nettigkeiten austauschten, vorbei an dem alten Baum, in dem die Hasenbibliothek
ruhte, wobei er prüfte, ob die Möhrentür gut verriegelt war, und dann weiter in
Richtung Hansis Kolonialwaren-geschäft.
Dort ist ja immer was los, sagte sich Bart, vielleicht fällt mir etwas Gutes ein.
Als er sich dem Kolonialwarengeschäft von Hansi näherte, hörte Bart ein seltsames
Knattern. Ein Geräusch, das er noch nie in seinem Leben gehört hatte. Sofort duckte
sich der Hase und seine Ohren richteten sich auf.
Man muss wissen, dass Hasen sehr gute Ohren haben. Nichts entgeht ihnen. Selbst
wenn Joyce mal ihre Lieblingsspeise, Papier, befeuchtete, damit es nicht raschelt,
während sie es kaut, dem Hasen entging nichts. Er hörte alles ganz genau.
Sehen können Hasen genauso gut. Doch nun traute Bart seinen Augen nicht. Er sah
Hansi mit einer komischen Maschine auf Rädern. Diese Maschine machte einen für
Barts empfindliche Ohren unglaublichen Krach.
Noch mehr staunte Bart darüber, was diese Maschine tat. Aus der Maschine flogen
vorne klitzekleine Grashalme heraus, während Hansi das Gerät auf Rädern vor sich
her schob.
Barts Fantasie begann fieberhaft zu arbeiten. Begeistert sagte er sich, wenn Hansi
diese Wundermaschine voranschiebt und kleine Grasfitzel vorne herausfliegen, dann
ist das bestimmt so, dass man kleine Grashalme vorne reinsteckt und lange
Grashalme hinten rauskommen, wenn man die Wundermaschine hinter sich
herzieht. Das ist Hasenlogik.





Bart war so begeistert, dass er beinahe schrie. Vorsichtshalber hielt er sich die
Pfoten vor sein Mäulchen, da ihn Hansi sonst bemerkt hätte.
Nach einer Weile stellte Hansi das knatternde Ding ab und ging in sein Geschäft.
Bart kauerte weiter auf dem Boden und näherte sich langsam der Wundermaschine.
Er konnte es kaum abwarten, seine Pfoten auf die Heilemachknattermaschine zu
legen, so hatte er sie bereits genannt.
Der Hase dachte weiter nach, was man mit der Heilemachknattermaschine alles
wieder heile machen konnte. Alte Möhren, Joycs kleine Papierstücke, die sie auf
einem Haufen aufbewahrte, das schöne Heu und vieles andere mehr, alles wird
wieder heil mit der Heilemachknattermaschine. Vorne kommen allerlei Fitzel
hinein, die hinten zusammengesetzt wieder herauskommen.
So dachte Bart und der Hase wurde immer nervöser und zappeliger.
Er schlich um die Wundermaschine herum, doch nun meldete sich sein Gewissen.
Einfach dem Hansi die Maschine wegnehmen, das gehörte sich nicht. Hasen
tauschen mit Möhren, das ist Hasenbrauch. Bart sagte sich: Hansi merkt gar nicht,
wenn ich mir die Maschine ausleihe. Ich bringe sie ihm ja wieder zurück. Doch
Barts Gewissen entgegnete: So was macht man nicht, Bart, ein Hase nimmt seinem
Hasenfreund nichts weg. Man muss vorher fragen! Ach wo, schwenkte die
Gierstimme in Barts Kopf um, der Hansi ist so ein guter Freund, den muss ich gar
nicht fragen.
Letztlich war die Verlockung jedoch zu groß. Bart holte die Tauschmöhren aus
seinem Wollrucksack heraus. Er legte sie dort hin, wo die Maschine stand. Das war
ein guter Tausch. Hansi würde sich bestimmt freuen. Und ich leihe die Maschine
doch nur aus. Und so beschloss Bart, die Heilemachknattermaschine einfach
heimlich mitzunehmen, ohne Hansi etwas zu sagen.
Er brach auf zurück zum Stall und zog das Gerät umständlich hinter sich her. Ein
wenig erschöpft, doch glücklich und zufrieden kam Bart mit seiner neuen
Wundermaschine im Stall an. Joyce war nicht da, deshalb antwortete sie nicht auf
Barts Begeisterungsrufe, die schon aus der Ferne herandrangen.
Bart war allein mit der Maschine im Stall und niemand war da, um auf den Hasen
aufzupassen. Eine sehr brenzlige Situation. Er betrachtete das Gerät von allen
Seiten. Er schlich mehrfach darum herum, doch wusste er nicht, wie die
Heilemachknattermaschine in Gang gesetzt wird, sodass sie dann zu knattern
anfängt.
Er warf seine Pfoten in die Höhe und rief laut: „Los, fang an zu knattern, du
Heilemachknattermaschine!”

Nichts tat sich.
Bart wurde ungeduldig und schrie die Maschine an: „Wirst du wohl anspringen?”
Wieder tat sich nichts.
Doch wie es der Zufall wollte, kam Bart rein zufällig mit der Pfote an einen roten
Knopf, während er immer wieder um die Maschine herumschlich.
Urplötzlich setzte sich das Ding in Gang, es begann zu rattern, zu knattern und nicht
nur das, sondern es rollte auch sofort los.
Bart machte vor Schreck einen Sprung zur Seite. Der Maschine war das egal. Sie
machte das, was sie konnte. Sie rollte unaufhaltsam voran und wirbelte fleißig das
auf den Boden liegende Heu hoch. Dann kam es vorne als klitzekleine Heufitzel mit
viel Staub wieder heraus.
Bart hüpfte um die Maschine herum und schrie: „Haaaaaalt, Stopp, aufhören. Willst
du wohl stehen bleiben!”
Doch die Heilemachknattermaschine rollte unbeeindruckt geradewegs auf den
schönen Papierhaufen zu, den Joyce sich als Leckerbissen in einer Ecke
aufbewahrte. Und rollte einfach darüber hinweg.
Anstatt hinten glatte große Papierbögen auszuwerfen, wirbelte die Heilemachknattermaschine
das Papier vorne in vielen, noch kleineren Fitzeln hinaus und
gehörig mehr Staub noch dazu.
Sie machte nichts heile, sondern alles nur noch fitzeliger. Bart war verzweifelt.
Langsam merkte er, dass die Maschine nicht das tat, was er sich ausgedacht hatte.
Aber wie stellte man das Knatterding bloß wieder ab? Alles Geschrei half nicht, die
Maschine drehte ihre Runden im Stall, wirbelte Staub auf und vorne flogen
Heufitzel, aber ganz klein gehackt, heraus.
Im allerschnellstem Hasengehoppel rannte Bart los Richtung Kolonialwarengeschäft
und schrie, was seine Stimme hergab: „Hase in Not! Hase in Not!”
Man muss wissen, dass Hasen ein Alarmzeichen haben. Ruft ein Hase den Alarm
„Hase in Not“ aus, legen alle Hasen, die das hören, sofort alles hin und eilen dem
Hasen zu Hilfe. Das ist so Hasenbrauch.
Als Hansi dies hörte, legte er sofort seine Schürze ab und rannte blitzartig aus dem
Laden zu Bart und ihm hinterher, der schon auf den Rückweg zum Stall war.
Im rekordverdächtigem Gehoppel flitzte Bart zurück zum Stall gefolgt vom
rasenden Hansi. Vom weitem sah man Wolken aus dem Stall hinaufsteigen. Aber es
brannte ja nicht, sondern die Heilemachknattermaschine wirbelte so viel Staub auf.





Im Stall angekommen, blieb Hansi zunächst einmal stehen und staunte nicht
schlecht: „Da ist ja mein Rasenmäher”, rief er aus.
„Bitte”, wimmerte Bart, „bitte, stell dieses Monster ab!”
Mit einem Satz sprang Hansi vor die Maschine und drückte auf den roten Knopf.
Sofort blieb der Rasenmäher stehen.
„Wie kommt mein Rasenmäher denn hierher?”, fragte Hansi und schaute sehr
verärgert.
„Aber das ist doch eine Heilemachknattermaschine”, antwortete Bart zaghaft.
„Du dreimal verdummisierter Hase”, schimpfte Hansi, „das ist ein Rasenmäher.
Er schneidet und kürzt Grashalme, damit sie schöner nachwachsen.”
Hansi war verärgert. Nun begriff auch Bart, dass er das, von blühender Fantasie
vernebelt, wohl falsch eingeschätzt hatte. „Aber ich dachte ...”, wimmerte Bart.
Da half jedoch kein Wimmern. Hansi war verärgert darüber, dass sein Freund ihm
nicht einmal gesagt hatte, dass er seinen Rasenmäher mitnimmt. So was macht man
einfach nicht, und schon gar nicht unter Freunden.
Inzwischen traf auch Joyce wieder ein. Sie kehrte zurück von der Wiese
Määhsopotamien, dort, wo wunderschöne Kamelschäfchen leben und mit ihr beste
Wollknäuel tauschten. Denn Schafe tauschen Wollknäuel untereinander so, wie
Hasen untereinander Möhren tauschen. Joyces Wollknäuel waren wiesenweit
berühmt für ihre Flauschigkeit, weil Joyce morgens immer viel länger schlief, was
allerhöchste Wollqualität garantiert.
Joyce war ja schon einigen Unsinn von Bart gewohnt, aber das, was sie jetzt zu
sehen bekam, sprengte alles zuvor Dagewesene.
Der ganze Stall war in heilloser Unordnung. Das Heu war verstreut, aber eben nicht
als Heu, sondern in klitzekleinen, unbrauchbaren Schnipseln, als wäre ein
Rasenmäher darüber gefahren.
Bart hatte ein so schlechtes Gewissen, dass er dem Hansi gar nicht in die Augen
sehen konnte. Er übergab Hansi zwei Entschädigungsmöhren. Hansi war Barts
bester Hasenfreund, nahm die Möhren und man sah, dass sein Ärger sich in
kürzester Zeit legte.
Er zog den unseligen Rasenmäher hinter sich her und verschwand Richtung
Kolonialwarenladen.
Bart wusste auch, was er jetzt zu tun hatte. Ohne ein Wort zu sagen, griff er zum
Besen und begann zu fegen. Die kluge Joyce ließ ihn das zunächst auch alleine
machen.
Der Hase sollte aus seinen Fehlern lernen.
Bis spät in den Abend fegte er den Stall und häufte Heu zusammen. Er keuchte, aber
er beschwerte sich nicht. Seine kleinen Pfoten konnten nur wenig Heu aufnehmen
und nach draußen tragen. Es fiel ihm wirklich schwer.
Joyce konnte nicht mehr mit ansehen, wie Bart sich abmühte. Sie griff zur Schaufel
und half ihm, die klitzekleinen Heuschnipsel hinauszutragen. Schnell waren sie
fertig und Bart setzte sich mit sehr traurigem Gesicht vor Joyce, die ihn umarmte.



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